Einige Aspekte der Rolle der Frau in der Großen Proletarischen Kulturrevolution

Wir dokumentieren an dieser Stelle einen Artikel aus dem Klassenstandpunkt #4.

Einige Aspekte der Rolle der Frau in der Großen Proletarischen Kulturrevolution

Vorgeschichte

Bis 1949 war die Situation  der Frau  in China miserabel. Frauen lebten unter sklavenähnlichen Verhältnissen. Zwangsehen waren an der Tagesordnung. Mädchen wurden verkauft, um als Konkubinen oder Hausmädchen zu dienen. Eine Schulbildung gab es für sie nicht. Mit der Befreiung änderten sich zum ersten Mal die Gesetze dahingehend, dass Frauen als gleichberechtigt galten und sie die gleichen Rechte wie Männer hatten. Um zu einer tatsächlichen Gleichberechtigung von Mann und Frau zu gelangen, bedarf es jedoch mehr. Das lehrt uns die Geschichte. In der bürgerlichen Gesellschaft sind Frauen nach dem Gesetz formal gleichgestellt, aber trotzdem, auf besondere Art und Weise, doppelt unterdrückt und ausgebeutet.

Betrachten wir weiter die Geschichte des sozialistischen Chinas unter dem Gesichtspunkt der Emanzipation der Frau
Der „Große Sprung nach Vorn“ (1958 – 1961) war eine große Massenmobilisierung, mit dem Ziel die drei großen Unterschiede, zwischen Stadt und Land, Kopf- und Handarbeit und Industrie und Landwirtschaft, zurückzudrängen. „Herausragend ist der Große Sprung nach vorne und die Bedingungen seiner Durchführung: erstens, die politische Linie, die einen richtigen, korrekten Kurs sichert; zweitens, kleinere, mittlere und große organisatorische Formen mit abnehmender Anzahl und; drittens, ein großer Impuls, eine riesige Anstrengung der Massen, um ihn in Gang zu setzen und ihn zum Erfolg zu führen. Ein Sprung nach vorne, dessen Resultate eher wegen des in Bewegung gesetzten Prozesses und seiner historischen Perspektiven gewürdigt werden, als wegen seiner unmittelbaren Erfolge. Und seine Verbindung mit der Kollektivierung der Landwirtschaft und der Volkskommune.“
(KPP: Über Marxismus-Leninismus-Maoismus) Die Volkskommunen sind die organisatorische Form für die Beteiligung der Massen. In ihnen gab es Arbeitsbrigaden, die in Gruppen unterteilt waren. Der Aufbau der Infrastruktur war Aufgabe der Bevölkerung vor Ort und wurde von ihr, unter ihrer direkten Kontrolle, in Angriff genommen. So konnten unter anderem Schritte zur Vergemeinschaftung der Hausarbeit und Kindererziehung gemacht werden. Die Frauen arbeiteten mit auf den Feldern und in den Fabriken, und beteiligten sich an der Verwaltung und Kontrolle für den Aufbau des Sozialismus in China. So wurden alte feudale Vorurteile über die Frau abgebaut und bekämpft. Sie bekämpften die Rückständigkeit der Landwirtschaft, beseitigten diese und machten  den Weg für die Industrialisierung frei.
Nach der Landreform haben sich mehr und mehr Frauen an der landwirtschaftlichen Arbeit beteiligt. An manchen Orten bestand die kollektive Arbeiterschaft zur Hälfte aus Frauen. Das erhöhte ihre soziale Stellung beträchtlich. Die Emanzipation der Frauen erreichte eine neue historische Stufe während des großen Sprungs nach Vorn. Mehr als 10 Millionen Hausfrauen verließen ihre  Häuser, um am sozialistischen Aufbauprozess teilzuhaben.

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Vorabend der Großen Proletarischen Kulturrevolution, Versuche der Restauration unter Liu Shaoqi (Vorsitzender der Volksrepublik China seit 1959)
Mitte der 60er Jahre spitzten sich die Widersprüche innerhalb Chinas, nachdem die Rechten auf dem 8. Parteitag (1956) die Oberhand gewonnen hatten, immer mehr zu.
Wir werden hier einige Beispiele nennen, um einen Einblick in die Situation zu vermitteln, um zu verstehen, dass die Große Proletarische Kulturrevolution von der Partei beschlossen wurde. Aber die Notwendigkeit dafür war nicht aus der Luft gegriffen, nicht diktiert von oben, sondern die GPKR wurde von den Massen gefordert, denn die Massen hatten eine Idee vom Sozialismus bekommen, in dem sie den Aufbau gestaltet haben. Sie hatten ihre Befreiung erkämpft, die Kollektivierung erlebt und auch die riesigen Entwicklungssprünge, die diese mit sich brachte. Diese unzähligen Erfahrungen im Kampf für den Aufbau des Sozialismus, die Errungenschaften, die schon gemacht waren, führten dazu, dass die Massen im allgemeinen, besonders die Frauen und Jugendlichen nicht akzeptieren wollten, dass China seine Farbe ändert, also zurück auf den kapitalistischen Weg geht.
Im folgenden einige Beispiele wie China sich in dieser Situation, durch die falsche Politik Liu Shaoqis und seiner Gefolgsleute ganz konkret in der Gefahr der Restauration befand.

Auf dem Land
Der Widerspruch zwischen Großbauern und reichen bzw. oberen Mittelbauern und armen bzw. unteren Mittelbauern: Die Großbauern befanden sich in dieser Situation klar auf der Gewinnerseite, gestärkt durch die Politik von Liu Shaoqi (Kulaken-Linie). Sie galten als „Wirtschaftsmotor“, bekamen Zuschüsse und Kredite für Werkstätten und sie betrieben Handel. Die privat genutzten Gebiete der Kommunen, die Anfangs auf 5% der Gesamtfläche begrenzt waren, wurden immer größer. Diese Vergrößerung war zwar illegal, aber sie wurde im Allgemeinen geduldet. Die Verlierer waren die Volkskommunebauern. Sie galten nicht mehr als Hauptkräfte der Landwirtschaft und mussten sich gegen die immer reicher werdenden reichen Bauern behaupten. Aus der so entstehenden Dorfarmut und den Klein- und unteren Mittelbauern entstand eine neue Schicht. Sie bestand meistens aus jungen Männern. Diese versuchten, sich an verschiedenen Orten als Landarbeiter anzubieten oder auf Staatsgütern zu arbeiten. Mal heuerten sie als Hilfskraft bei reichen Bauern an, mal als Vertragsarbeiter in den Städten. Heute würde man sie mit dem Begriff „Wanderarbeiter“ bezeichnen.

In den Städten
Expertenwissen und Karrierismus wurden gefördert, es gab diejenigen Arbeiter, die sich an Prämien und Anreizsysteme gewöhnt hatten. Innerhalb der chinesischen Intelligenz (Literaten, Filmemacher, Künstler, Journalisten, Lehrer, Techniker, Ingenieure und Professoren) gab es einen Teil, der sich durch Liu Shaoqis Linie („Erst die Produktion“) berufen fühlten, Arbeiter, Bauern und andere Werktätige als klassenmäßig unterlegen einzuordnen.
Andererseits gab es innerhalb des chinesischen Proletariats einen starken Rückhalt für die Linie von Mao Tse-tung, besonders in den Fabriken und großen Werkstätten und unter den jungen Arbeitern und Lehrlingen, die seit 1960/61 vielerorts als billige Arbeitskräfte eingesetzt wurden und kaum Aus- oder Weiterbildung erhielten.

Wichtig ist es auch hier, um ein korrektes Verständnis der Situation zu bekommen, die Rolle der Frau zu betrachten. Liu Shaoqi‘s Politik führte nicht nur dazu die Unterschiede zwischen Kopf- und Handarbeit, zwischen Stadt und Land aufrecht zu erhalten. Er versuchte auch die richtigen Schritte, die in Richtung der Emanzipation der Frau gemacht wurden, rückgängig zu machen. Dazu nutzte er sogenannte „Rationalisierungsmaßnahmen“ und versprach, dass die Männer mehr Geld verdienen würden und die Frauen sich so wieder der Familie widmen könnten.

Wie die Große Proletarische Kulturrevolution begann
1965 fängt die KPCh an über die Notwendigkeit der Kulturrevolution zu diskutieren und der Beginn wird von der Partei beschlossen. Mit der Aufgabe die Große Proletarische Kulturrevolution einzuleiten werden von der Partei fünf Leute beauftragt. Diese leisten jedoch keine gute Arbeit, sondern publizieren reaktionäres Zeug. Gleichzeitig entstand eine Bewegung von Studenten gegen die alte Führung der Universitäten. Daraus entstanden die Roten Garden, als selbstständig gegründete Massenbewegung. Im Mai 1966 wird beschlossen die oben genannte Gruppe aufzulösen und mit der Großen Proletarischen Kulturrevolution zu beginnen. Zuständig dafür ist unter anderen die Genossin Jiang Qing.
„Die große proletarische Kulturrevolution, die sich jetzt entfaltet, ist eine große Revolution, die die Seele der Menschen bewegt, und stellt in der Entwicklung der sozialistischen Revolution unseres Landes ein neues Stadium dar, das noch tiefer und weiter als das vorangegangene ist. Auf der 10. Plenartagung des VIII. Zentralkomitees der Partei sagte Genosse Mao Tse-tung: Um die Staatsmacht zu stürzen, ist es immer notwendig, vor allem die öffentliche Meinung zu schaffen und in der ideologischen Sphäre zuarbeiten. Das gilt für die revolutionäre Klasse genau so wie für die konterrevolutionäre. Diese These des Genossen-Mao Tse-tung hat sich in der Praxis als völlig richtig erwiesen. Obwohl die Bourgeoisie gestürzt worden ist, versucht sie immer noch, die alten Ideen, die alte Kultur, die alten Sitten und Gebräuche der Ausbeuterklassen zu verwenden, um die Massen zu korrumpieren, ihre Herzen zu gewinnen und eine Restauration mit allen Kräften herbeizuführen. Das Proletariat muß genau das Gegenteil tun: Es muß jeder Herausforderung der Bourgeoisie auf ideologischem Gebiet hartnäckig begegnen und neue Ideen, eine neue Kultur, neue Sitten und Gebräuche des Proletariats anwenden, um das geistige Antlitz der gesamten Gesellschaft zu ändern. Gegenwärtig besteht unser Ziel darin, gegen jene Leute in Machtpositionen, die den kapitalistischen Weg gehen, zu kämpfen und ihnen einen vernichtenden Schlag zu versetzen, die reaktionären bürgerlichen akademischen „Autoritäten“ und die Ideologie der Bourgeoisie und aller anderen Ausbeuterklassen zu kritisieren und zurückzuweisen sowie die Erziehung, Literatur und Kunst und alle anderen Teile des Überbaus, die nicht der sozialistischen Wirtschaftsbasis entsprechen, umzuformen, damit die Konsolidierung und Entwicklung des sozialistischen Systems gefördert werden.“
(„Beschluß des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas über die große proletarische Kulturrevolution“, angenommen am 8. August 1966)
So wurde die Große Proletarische Kulturrevolution von der KPCh beschlossen. Aber ihr tatsächlicher Beginn liegt in dem Moment der größten Massenmobilisierung, die unsere Welt je gesehen hat. Wie wir wissen sind es die Massen, die die Geschichte machen.

Die Rolle der Genossin Jiang Qing
Jiang Qing war zu ihrer Zeit eine der vielversprechendsten Schauspielerinnen Chinas. Sie war eine Berühmtheit in der Volksrepublik China. Die Reaktion der Partei darauf, dass der Vorsitzende Mao und Jiang Qing sich in Yenan kennenlernten und ein Paar wurden, war, dass sie 30 Jahre lang keine politische Arbeit machen durfte. Die Partei akzeptierte nicht, dass ein Führer mit einer Schauspielerin zusammen war. Während dieser langen Zeit konnte sich Genossin Jiang Ching innerhalb der Kunst weiterentwickeln. Und in der Kulturrevolution hat Kunst eine wichtige Rolle gespielt. Genossin Jiang Qing ist 1933 der Kommunistischen Partei beigetreten. Sie behielt während der ganzen Proletarischen Kulturrevolution eine führende Rolle, welche von ausgesprochener Wichtigkeit war. Die Stärke der Frau drückt sich in ihr als Person aus. Dies vor allem darin, dass sie bis zu letzt als Teil der Vier nicht kapituliert hat, trotz dem sie in den Händen der Reaktion war. Deswegen und weil die Massen ihr Bild als Heldin im Kampf gegen den Revisionismus hochhielten wurde sie ermordet. Genossin Jiang Qing ist als unerbittliche Kämpferin in unsere Geschichte eingegangen und ihre Rolle während der Proletarischen Kulturrevolution war herausragend. Doch hinter ihr standen Millionen Arbeiterinnen und Bäuerinnen, die einen ebenso großen Kampfgeist hatten. Genossin Jiang Qing wurde von den Revisionisten ermordet, weil sie zum Symbol der Massen für den Widerstand gegen die Revisionisten wurde. Von ihnen wird sie auch als „Madame Mao“ bezeichnet. Wir lehnen diese Bezeichnung ab, weil sie auf diese die Genossin als Weib degradiert und in keinem Fall ihrer heldenhaften Rolle gerecht wird.

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Die Emanzipation der Frau, während der Großen Proletarischen Kulturrevolution drückt sich in ihrer effektiven, nicht formalen, Teilnahme an der Macht aus.
Die Kulturrevolution gab den Frauen die Möglichkeit den Zweilinienkampf auf Massenebene zu führen und dadurch die alten patriarchalen Verhältnisse, die in den Köpfen, trotz der Gesetzesänderungen weiter existieren zu bekämpfen und sich als Gleichwertige an den politischen, produktiven und gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen. Durch die aktive Beteiligung der Frauen an der Kollektivierung der Landwirtschaft und an der gesellschaftlichen Produktion gab es auch eine Kollektivierung der Hausarbeit. Es gibt viele Beispiele von Frauen, deren Männer sie zuerst an der Teilnahme hindern wollten, dann aber nach Gesprächen mit den Frauen, den Volkskomitees und, wenn sie es nicht einsehen wollten, durch öffentliche Kritik, ihre Frauen haben arbeiten oder studieren gehen lassen und selber anfingen auf die Kinder aufzupassen und sich um den Haushalt zu kümmern. Und zur Not gab es die Möglichkeit der Scheidung, die erst durch die Gesetzesänderungen und v.a. durch die ökonomische Unabhängigkeit der Frau geschaffen wurde. So entstand ein neuer Typus der Frau, der eine aktive Rolle in allen Bereichen übernahm. In den Fabriken, als Frauentrupps, die auf den Feldern Bewässerungsanlagen bauten, und in den Volkskomitees, wo die Frauen z.B. dafür sorgten das die neuen Häuser so gebaut wurden, dass nicht nur eine Familie darin wohnen konnte, sondern drei, vier oder fünf und, dass es zusätzliche Gemeinschaftsküchen gab, so dass die Hausarbeit konkret, in der Praxis, kollektiviert werden konnten. Ein weiterer Ausdruck der bedeutenden Rolle der Frau in der GPKR zeigt sich in dem Durchbruch beim Aufstieg der Frauen in Führungspositionen: 1973  waren 10,3% der Vollmitglieder des ZK und 16,9% der stellvertretenden ZK Mitglieder Frauen. Zahlreiche Arbeiterinnen rückten in die Revolutionskomitees vor. 1975 bestand im Nationalen Volkskongress ein Frauenanteil von 22,6%, im Ständigem Ausschuss waren 25% Frauen. Vergleichsweise lag der Frauenanteil im Deutschen Bundestag in der Wahlperiode von 1972 – 1976 zwischen 5,8% und 6,9%.

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Um ein konkretes Beispiel geben zu können betrachten wir in Anlehnung an den Artikel „Fischerinnen auf hoher See“ („CHINA im Bild 3“ von 1975) die Geschichte von einem Fischereikollektiv, „Die Frauen“ genannt, das zwei Schiffe mit weiblicher Besatzung umfasste. Seit ihrem Zusammenschluss 1958 im Zuge des Großen Sprungs nach Vorn hielten sich die Fischerinnen an das, was der Vorsitzende Mao gesagt hat: „Die Zeiten haben sich geändert, heute sind Mann und Frau gleichgestellt. Was ein Mann vollbringen kann, kann auch eine Frau tun.“ Sie haben die alte Gewohnheit, dass Frauen nicht mit aufs Meer ausfahren durften über Bord geworfen und viele Schwierigkeiten überwunden, um sich mit der Steuerung eines Schiffes und den Methoden des Fischfangs u.s.w. vertraut zu machen. Jahr um Jahr haben „Die Frauen“ ihre Erträge gesteigert und sind dafür oft von der Kommune, der Stadt Behai und dem Autonomen Gebiet Kuangsi der Dschuang-Nationalität als fortgeschrittene Einheit ausgezeichnet worden. Auch haben sie den Ehrentitel „8. März-Bannerträger“ im Landesmaßstab erworben. Eines Tages hörten „Die Frauen“ beim Fischfang auf hoher See im Golf von Bac Bo plötzlich eine Warnung vor schlechtem Wetter: Wegen der Kaltluftströmung vom Norden würde der Wind Stärke 5 bis 6 erreichen, mit Böen bis 7. Es war gerade Frühlingshochsaison im Fischfang. Suchte man im Hafen Schutz vor der Witterung verzichtete man auf den guten Fang; tat man das nicht, brachte man sich in Sturm und Wogengang in Lebensgefahr auf hoher See. Angesichts dieser Umstände meinten die Fischerinnen:  „In der alten Gesellschaft wurden wir werktätigen Frauen im Fischerdorf vom Grundherren und vom Boss, der über den Fischfang gebot, als die Niedrigsten betrachtet; wir durften auf der Straße nicht einmal den Kopf heben, nicht das geringste Recht, wie Menschen zu leben, wurde uns zugestanden. Seit der Befreiung können wir uns politisch, wie wirtschaftlich aufrichten und regieren die Stadt mit. Der Fischfang gehört zur revolutionären Arbeit wie alles andere. Wir müssen mit allen von Sturm und Wogen hervorgerufenen Schwierigkeiten fertig werden und unsere Produktionsaufgaben erfüllen, um Ehre zu erringen für den Vorsitzenden Mao und das in uns Frauen gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen.“
Die Fischerinnengruppe beschloss dann näher an der Küste zu Fischen, wo sie gegen den Wind besser geschützt war. Aber auch weit drinnen im Golf nahm der Wind immer mehr an Stärke zu. Die Wellen schlugen übers Deck bis ans Steuerhaus. Aber in enger Zusammenarbeit hielten sie, Sturm und Wellen zum Trotz, fünf Tage und Nächte lang aus, ohne den Fischfang aufzugeben. Sobald der Wind schwächer wurde fuhren sie hinaus auf hohe See, im Ganzen waren sie 22 Tage draußen und konnten so einen Fang von über 35 Tonnen heimbringen.
In der Bewegung zur Kritik an Lin Biao und Konfuzius machte die Besatzung der beiden Frauenschiffe geltend, wie sie seit 17 Jahren durch Überwindung der verschiedensten Schwierigkeiten hohe Erträge im Fischfang erzielt haben; so setzten sie sich mit dem von Lin Biao und Konfuzius verbreiteten, reaktionären Unsinn auseinander, wonach die Männer den Frauen überlegen sein sollen. Mit ihrer Entschlossenheit und angeleitet von der proletarischrevolutionären Linie des Vorsitzenden Mao hat die Frauenbesatzung im Jahr 1974 ihren Jahresplan 24 Tage vorfristig erfüllt indem sie dem Staat 724 Tonnen Fisch ablieferte, das bedeutet einen um 40,8% höheren Fang als im Vorjahr und mehr als das Doppelte gegenüber 1965, dem Jahr vor der GPRK.
Während der Großen Proletarischen Kulturrevolution spielten China‘s Frauen eine militante Rolle gemeinsam mit den Männern und das brachte einen immer größeren Wandel in ihrer Ansicht. Die Kritik an Lin Biao und Konfuzius‘ reaktionären Gefasel „Die Männer seien den Frauen überlegen“ war ein zentraler Punkt dieser Entwicklung. So konnten die alten Ideen, die die Unterdrückung der Frau aufrechterhalten, genauso wie bürgerlicher und kleinbürgerlicher Feminismus erfolgreich bekämpft werden. Für diesen Kampf organisierte die KPCh die Frauen zum Studium von dem, was vom Vorsitzenden Mao über die Emanzipation gesagt wurde: „Nur im Prozeß der sozialistischen Umgestaltung der Gesellschaft als Ganzes ist eine echte Gleichberechtigung der Männer und Frauen realisierbar.“ (Mao Tse-tung: Vorbemerkung zum Artikel „Die Frauen sind an die Arbeitsfront gegangen“)

Frauen bekamen eine andere Sichtweise. Um ihre eigene Emanzipation zu begreifen, mussten sie Dinge im Kontext zur Gesellschaft betrachten, dabei wurde die Familie als soziale Einheit auf Basis der Gesellschaft betrachtet. Es wurde verstanden, dass, wenn die Gesellschaft als Ganzes geändert wird, die Änderungen in den familiären Verhältnissen folgen und, dass nur dann Männer und Frauen gleichberechtigt sein können!

Die Rolle, die die Frauen in der Großen Proletarischen Kulturrevolution gespielt haben und wie viel dabei für ihre Emanzipation und im Aufbauprozess erkämpft und erreicht wurde, zeigt uns zum einen wie fundamental wichtig die Beteiligung der Frau an der Revolution ist. Zum anderen, und das hat schon KarlMarx im Juni 1850 richtiger weise gesagt: „Dieser Sozialismus […] ist die Permanenzerklärung der Revolution, die Klassendiktatur des Proletariats als notwendiger Durchgangspunkt zur Abschaffung der Klassenunterschiede überhaupt, zur Abschaffung sämtlicher Produktionsverhältnisse, worauf sie beruhen, zur Abschaffung sämtlicher gesellschaftlicher Beziehungen, die diesen Produktionsverhältnissen entsprechen, zur Umwälzung sämtlicher Ideen, die aus diesen gesellschaftlichen Beziehungen hervorgehen.“

Der Erfolg lag in der Teilnahme an der Macht. Das gilt für die Emanzipation der Frau, aber auch für die Emanzipation im Allgemeinen. Den Massen wurde durch die Große Proletarische Kulturrevolution die Macht in die Hände gegeben. Ihnen wurde gesagt: Hier habt ihr die Macht, nehmt sie euch und macht etwas damit. Das taten sie auch. Nur so konnten diese riesigen Erfolge auf dem Weg der Emanzipation der Frau gemacht werden. Das gleiche gilt für die enormen Sprünge in der Produktion, die Arbeiter hatten die Macht über die Produktionsprozesse, so konnten sie die Produktion auf eine höhere Stufe erheben, indem sie ihr Wissen durch den marxistischen Erkenntnisprozess weiterentwickeln konnten.

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